Djembé ABC
Schnitzen
Hier sind interessante Links zu You Tube, bei denen man gut den aufwendigen Arbeitsverlauf des Behauens und Schnitzens einer Djembé sehen kann:
Djembe Carvers in Conakry 1
Djembe Carvers in Conakry 2
Djembe Carvers in Conakry 3
Schwingungsverhalten der Trommel
Und hier
noch interessante Infos von Elisabeth aus Bornheim
zur Schwingungsfähigkeit:
Jedes Material - ganz gleich ob gasförmig, flüssig oder
fest - hat eine spezifische Schwingungsfähigkeit.
Ganz allgemein
gilt:
Je fester das Material, um so besser leitet und verstärkt es
den Schall, je weicher feste Stoffe sind, um so schlechter leiten
sie die Schallwellen weiter und um so stärker dämpfen sie
die Schallschwingung. Bildlich gesprochen: die Schallwellen bleiben
gewissermaßen in den weichen Materialien stecken. Die oben
genannten Hölzer haben aufgrund Ihrer Dichte und Faserlänge
besonders gute Toneigenschaften. Je dichter die Zellstruktur und
um so länger die Fasern des Holzes sind, um so besser ist seine
Schwingungsfähigkeit und demzufolge um so "knackiger" und
brillanter oder klarer der Klang. Diese Gesetzmäßigkeit
wirkt sich nicht nur auf den Klang von Trommeln aus.
Auch der Klang
von Holzblasinstrumenten, Gitarren, Geigen und anderen akustischen
Instrumenten hängt von der Auswahl und Weiterverarbeitung des
Holzes ab. Weiche Hölzer klingen aufgrund der lockereren und
kurzfasrigeren Zellstruktur weicher, matter und gedämpfter.
Das hat etwas mit der Physik der Ausbreitung der Tonschwingungen
zu tun.
Die Schwingung des Trommelfells überträgt sich
zunächst einmal auf die Luftmoleküle. Die Größe
des Hohlraumes und der von der Fellschwingung erzeugte Ton müssen
zueinander passen. Ist der Resonanzraum zu eng und unsauber gearbeitet, "erstickt" der
Ton in der Trommel. Je besser sich der Ton in der Trommel entfalten
kann, um so stärker überträgt die in der Trommel vibrierende
Luft die Schwingung an den Trommelkörper. Das wiederum funktioniert
um so besser, je glatter die Oberfläche des Trommelholzes ist.
Denn eine aufgeraute, zerfaserte Oberfläche wirkt ebenfalls
dämpfend. Beim Anschlag des Rahmens (Slap und bis zum gewissen
Grad auch Tone) wird auch das Holz unter dem Fell angeschlagen und
zum Schwingen angeregt. Dünne Trommelzargen klingen viel besser
als dicke. (Dünne Kristallgläser klingen ja auch besser
als dicke Senfgläser!) Dünnwandige Trommeln können
dem Druck der Spannvorrichtung auf Dauer aber nur standhalten, wenn
sie eine ausreichende Festigkeit aufweisen. Aus Weichholz lassen
sich nur dickwandige "Senftöpfe" herstellen!
Sese = Kessing
Solo
Djembé
Eine Djembé kann
dann als 'Solo Djembé' bezeichnet werden, wenn
sie aufgrund ihrer Klangqualitäten in der Lage ist,
sich klar und differenziert hörbar vom Spiel des
Ensembles abzuheben.
Das Fell der Solo Djembé ist meist sehr hoch gespannt. Jedoch ist nicht
jede Djembé automatisch zum Einsatz als Solo Djembé geeignet
nur weil sie eine hohe Fellspannung aufweist. Manchmal wird fälschlicherweise
behauptet, dass bestimmte Proportionen alleine eine Bedingung für die
Eigenschaft als Solo Djembé seien. Diese Behauptung ist in der Praxis
nicht haltbar.
Herausragende Klangeigenschaften sind nicht nur durch Festlegung einer bestimmten
Form zu erzielen. Hier spielen sehr viele verschiedene Komponenten eine Rolle.
Immer wieder liest man leider, dass .... eine Solo-Djembé einen längeren
'Oberkörper' hat und dass sie dadurch etwas voller und bauchiger klingt...
das ist FALSCH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Schaut Euch unsere Djembé Art Angebote
an... als Solo-Djembés kommen alle möglichen Korpusformen aus verschiedenen
Herkunftsländern vor!!!! Wie oben gesagt, sind es viele Komponenten die
eine Rolle spielen um eine Djembé als Solo-Djembé zu qualifizieren!
Spannen & Stimmen
Unsere
Frage 'Wie spannt man eine Djembé nach?' hat alle schlafenden
Autoren für Häkel- und Makramee-Ratgeber
geweckt ;) Hellwache, lustige und aus dem Erfahrungstopf schwelgende
Antworten haben uns erreicht...
-wir sind beeindruckt!
Hier unser
möglicht kurzes Statement um die Ahnungslosen und
Ungeübten nicht zu verwirren ;)
Das besondere an der Djembé ist die Differenzierbarkeit ihrer
Klänge. Dies ist aber nur bei relativ hoher Fellspannung optimal
möglich.
Jede Djembé sollte mit einer angemessenen Ausgangsspannung
versehen sein, die nach Möglichkeit schon so gut wie irgend
möglich durch
das straffe Anlegen der Vertikaltaue gewährleistet sein sollte.
Für späteres Nachspannen verwendet man das Reservetau,
das zur Aufbewahrung meist um den Fuß gewickelt ist.

Um die
Spannung auf das Trommelfell zu erhöhen, wird das Reservetau
in der Horizontalen so weitergeflochten, das jeweils zwei benachbarte
Taue gegeneinander verdreht werden.
Es gibt mehrere
Techniken. Die zwei Wichtigsten wollen wir vorstellen:

Bei System
A wird das Reservetau unter den nächsten zwei Vertikalen
durchgezogen, dann über dem Zweiten und unter dem Ersten zurück.
Bei
System B wird das Reservetau über den nächsten zwei
Vertikalen durchgezogen, dann unter dem Zweiten und über dem
Ersten zurück.

Bei
beiden Systemen legt man die Djembe vor sich auf den Boden, sodass
die
Spielfläche von einem weg zeigt
und zieht das Tau über der Trommel sitzend zum Bauchnabel
hin. Dadurch zieht das durchgefädelte Tau die Vertikalen gegeneinander
und das Trommelfell wird nach unten gestrafft. Man wiederholt diesen
Vorgang so oft bis die gewünschte Spannung
erreicht ist. Aber
vorsichtig! Eine alte Handwerkerregel besagt: Nach 'fest' kommt
'ab'!
Es ist absolut nicht zwingend dabei eine ganze
Runde um die Djembé zu flechten. Man spannt nur solange,
bis die Klänge, Bass, Ton & Slap leicht und klar differenziert
werden können und der Trommelsound dem persönlichen
Geschmack entspricht.

Bei
System A muss das Ende gut fixiert
werden, damit es nicht zurückspringt. System B verursacht beim
Spannen oft einen starken Ruck. Damit das Trommelfell auf allen
Seiten gleich klingt kann man für
das Feintuning mit einem Holzhammer nachstimmen.
Dazu schlägt man vorsichtig auf alle Ringschlaufen des Eisenrings
einmal rund herum ohne dabei das Trommelfell zu berühren. Aber
bitte mit viel Gefühl!
Eine Spann-
Kurzfassung und eine in Form eines Raps stammt von Elisabeth aus
Bornheim:
Kurzfassung:
Unter V1+V2 vor
Über V2 rück
Unter V1 rück
V1 und V2 zusammenziehen und kreuzen
Als Rap: :-))
Vor - drunter - drunter
Rück - drüber - drunter
kräftig ziehen - kreuzen
und zum nächsten vor!
Von Gisela
aus Hillesheim stammt die philosophische Anleitung:
So wie es im wirklichen Leben auch geht: zwei vor, eins zurück!
Hat man beim Spannen der Djembé schon eine komplette Runde hinter sich gebracht, so kann man das Tau sowohl in die gleiche Richtung als auch in der entgegengesetzten Richtung weiterführen. Am Besten ist es, wenn man die Richtung wählt, in der der Spannring sich noch am wenigsten weit nach unten gesenkt hat.
Beim folgenden Foto kommt das Horizontaltau von Links, wird mit dem Anfang verbunden, dann nach schräg links hochgeführt, um anschließend weiter nach rechts geknüpft zu werden.

Beim folgenden Foto kommt das Spanntau auch von Links, wurde an der Verbindungsstelle zum Anfang mit einem Knoten fixiert dann in der entgegengesetzten Richtung nach links weitergeführt:

In jedem Fall verbindet man den Ringschluß durch eine Wicklung um das Horizontaltau.
Djembé Art Tipp: Das
Tau kann mit der Hand gezogen, oder zum Ziehen um einen Stock
gewickelt, oder mit einer mechanischen Hilfe namens 'CLAMCLEAT
Power Grip' eingeklemmt und gespannt werden. Damit es nicht
gleich wieder zurückrutscht kann man es zwischendurch mit
einer Klemmzange an den Ringschlaufenknoten fixieren.
Sustain
Als 'Sustain' bezeichnet man den ausklingenden Ton einer Trommel oder anderer
Instrumente. Sustain ist der englische Begriff für 'aufrechterhalten,
tragend'. Dieser Nachklang wird von den Schwingungen der Trommel selbst erzeugt.
Es
ist jedoch kein Nachhall wie gelegentlich fälschlicherweise behauptet
wird, denn Nachhall entsteht durch Reflexion der Schallausbreitung unabhängig
vom ursprünglichen Eigenklang. Wenn eine Djembé also mit ihrem
eigenen ursprünglichen Ton lange nachklingt, so sagt man: 'sie hat viel
Sustain'. Wenn die Töne
dagegen nur sehr kurz klingen, nennt man das einen 'trockenen Klang'.
Susu
Die Susu sind ein afrikanisches Volk, die vor allem im westafrikanischen
Guinea, aber auch in Sierra Leone und Guinea-Bissau leben. Ihre Sprache,
ebenfalls Susu genannt, gehört zur Gruppe der Mande-Sprachen,
einer Untergruppe der Sudansprachen. In Guinea gehört Susu heute
zu den drei wichtigsten nationalen Sprachen und Kulturen.
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