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Djembé ABC
Holzarten
Im Folgenden haben wir die wichtigsten Djembé Hölzer in ihrer Qualitätshierarchie zusammengetragen.
1. Lenké Holz. Es ist ist von alters
her das beste und begehrteste Holz für den Djembé Bau.
2. Palisander, Rosenholz und Mahagoni. Achtung! Gerade bei der Deklaration 'Mahagoni' werden viele wissentliche und unwissentliche Fehler gemacht. Oft werden Ghana und Asien Trommeln rot lackiert und fälschlicherweise als 'Mahagoni Trommeln' z. B. bei Internetauktionen oder 'Ethno-Händlern' angeboten, obwohl man durch die Schnitzereien das helle Weichholz in der Tiefe sehen kann.
3. Buschmango und Iroko Holz.
4. Melina Holz
5.
Tweneboa. Das Holz wird nur für die billigsten Djembé Trommeln verwendet. Achtung: Bei Internetauktionen wird Tweneboa Holz manchmal als Iroko deklariert. Im Zweifelsfall gilt: Frag
die Experten!
6. Palmholz. Es ist mit Sicherheit das leichteste, weicheste und geringwertigste Holz!
Hier noch mal alle Hölzer im Detail:
- Lenké Holz
Handelsnamen: 'Doussie', Lenké, 'Lingue'
Lokale Bezeichnungen: Malinke/Bambara: 'Lenké'; Elfenbeinküste: 'Lingue'
Lateinisch: 'Afzelia
africana', daneben auch 'Afzelia bella', 'A. bipindensis', 'A. pachyloba',
gehören zur Familie der Leguminosen
Lenké Holz hat für den Bau von
Djembé Trommeln
außergewöhnlich gute Klangeigenschaften! Es begünstigt
klare Klänge und eine gute Differenzierung. Die Anteile der Bass-, Ton- und Slap Klänge sind ausgewogen und markant.
Lenké zählt schon lange zu den wertvollsten Naturhölzern Afrikas. Es ist durch seine Härte, Dichte, Elastizität und seine chemischen Eigenschaften sehr dauerhaft und widerstandsfähig und ein hervorragendes Bau- und Werkholz, das sich ebenso bemerkenswert mit filigranen Schnitzereien veredeln lässt.
- Mahagoni
Handelsnamen: 'Mahagoni', 'afrikanisches Mahagoni', 'Kaya', 'Acajou', 'Cailcedrat'
Lokale Bezeichnungen: Guinea: 'Samanguila'; Malinke/Bambara: 'Djala', Elfenbeinküste: 'Dubb', 'Doukouma', Krala', 'Ira',
Französisch: 'Bois Rouge'; Lateinisch: 'Khaya senegalensis', auch 'Kaya grandifoliola', 'K. anthotheca' und 'K. ivorensis'
gehört zur Familie der Meliaceen
Diese Bäume erreichen Höhen von über 45 m und Durchmesser bis 1 m.
- Palisanderholz
Handelsnamen: 'Palisander', 'afrikanisches Palisander', 'african Blackwood', 'Balafonholz',
Lokale Bezeichnungen: Malinke: 'Gbeng', 'Gbani'; Susu: 'Ghari';
Lateinisch: 'Dalbergia spp.', andere Namen: 'Balairi',
gehört zur Familie der Papilionaceen
Es gibt weltweit über 200 Dalbergia Arten. Darunter sind in Afrika u.a. 'Dalbergia baroni' als 'Madagascar Palisander', 'Dalbergia melanoxylon' als 'Grenadille' und 'Dalbergia cearensis' als 'Königsholz' bekannt.
Die exakte Bestimmung der in Guinea verwendeten Dalbergia Art ist uns leider noch nicht gelungen.
Wer von Euch Djembé-Interessierten Lesern weiß mehr?
- Rosen Holz
Handelsnamen: 'Afrikanisches Rosenholz', 'African Rosewood', Afrikanischer Kinobaum, 'Padouk', 'Padauk', 'Barwood'
Lokale Bezeichnungen: Bambara: 'Guénou'; Malinke: 'Gbilling'; andere Namen: 'Mukwa', 'Muninga', 'Véne'
Lateinisch: 'Pterocarpus erinaceus'
gehört zur Familie der Fabaceae
Es ist dem Palisander optisch ähnlich, jedoch heller und nicht so intensiv rot wie 'Pterocarpus soyauxii' das ebenfalls unter dem Namen Padouk gehandelt wird.
- Buschmango Holz
Handelsnamen: 'Wild Mango', 'Sunbird Tree'
Lokale Bezeichnungen: Malinke: 'Doda'; Bambara: 'Dugura'; Senegal: 'Cul Cul' oder 'Dimb'
Lateinisch: 'Cordyla pinnata', andere Namen: 'Imbubuli', 'Thunzikhulu', 'Umbubuli', 'Vovovo'
gehört zur Familie der Fabaceae; Synonym: 'Cordyla africana'
Es ist optisch dem Teakholz (Tectona grandis) ähnlich!
- Iroko Holz
Handelsnamen: 'Iroko', 'African Oak', 'Chene d'Afrique', 'Kambala', 'Afrikanische Eiche', 'Odum'
Lokale Bezeichnungen: Elfenbeinküste: 'Iroko'; Ghana: 'Odum';
Lateinisch: 'Chlorophora excelsa' auch 'C. regia'
gehört zur Familie der Moraceen
Dieser Baum zählt zu den verbreitetesten Bäumen aller tropischen, afrikanischen Waldformationen. Er erreicht Höhen über 50 m und Durchmesser bis 2 m. Es ist leichter als die oben genannten Djembé Hölzer. Seine Festigkeit ähnelt jedoch der unserer deutschen Eiche. Von der Elfenbeinküste kommt afrikaweit insgesamt die beste Qualität dieser Holzart.
- Melina Holz
Handelsnamen: 'Melina Holz', 'Melian Wood', 'White Teak'
Lokale Bezeichnungen: Guinea / Malinke: 'Melina'
Französisch: 'Bois Blanc', andere Namen: 'Iribé'
Lateinisch: 'Gmelina arborea',
gehört zur Familie der Verbenaceae
Es ist ein sehr leichtes Holz, dass sich dementsprechend leicht bearbeiten lässt. Seine Festigkeit ist dennoch passabel. Seine Farbe ist hellgelb bis grauweiß.
Es
nimmt als Klangholz eine eher untergeordnete Rolle ein. Es wird in Guinea für die großen Basstrommeln Dununba, Sangban und Kenkeni favorisiert. Seit wenigen Jahren verwendet man es auch gerne zur Herstellung günstiger Djembé Trommeln.
- Tweneboa Holz
Handelsnamen: 'Tweneboa Holz', 'Tweneboa Tree', 'Drum Tree'
Lokale Bezeichnungen: Ghana /Asante: 'Tweneboa', 'Kyeneboa', 'Kyenedua' (Kyene = Trommel; dua = baum), 'Tweneduru', 'Akyaboa'; Nigeria: 'Oma', 'No Kiebo Eke', 'Egin Ogume'; Kamerun: 'Boomba', 'Yombomba', 'Bola', 'Yom'
Lateinisch: 'Cordia millenii', ....ein dickes Danke an Uli für den botanischen Namen!!!
gehört zur Familie der Boraginaceae
Dieser Baum wird bis zu 20 m hoch und kommt in Ghana, Nigeria, der Elfenbeinküste und Kamerun vor. Wegen seiner breiten schirmartigen Krone wird er als Schattenspender gerne in den Dörfern gepflanzt. Er wird in Ghana gerne zum Trommelbau verwendet, weil er nach innen weicher, anstatt wie bei anderen Hölzern üblich, härter wird. Der Name Tweneboa bedeutet direkt übersetzt 'Trommelbaum'. Das Holz hat keine besonderen Klangeigenschaften für den Djembébau, eignet sich stattdessen eher für die ghanaischen Kpanlogo Trommeln. Das Holz wird nur für die billigsten Djembé Trommeln verwendet.
- Palm Holz
Handelsnamen: 'Palm Holz', 'Palm Wood'
ist mit Sicherheit das leichteste, weicheste und geringwertigste Holz. Leider fehlt uns hier noch der botanische Name. Wer kann uns helfen?
Gelegentlich wird auch einfach eine Bezeichnung neu erfunden, wie zum Beispiel bei 'Bobo Wood', das wohl
einfach aus der Not geboren wurde, weil einer die
Holzsorte nicht deklarieren konnte. Das Holz wurde dann
kurzerhand nach dem Volksstamm der Bobo in Ghana benannt. Das ist so,
als wenn wir hier in Hessen unsere Waldhölzer
zusammenfassend als 'Hessen-Holz' bezeichnen würden :)
Wir gehen davon aus, dass verschiedene Holzsorten unter der Bezeichnung 'Bobo Wood' zusammengefasst werden. Wir bezweifeln, dass die Gleichheit des Preisniveaus von 'Bobo-Holz'mit Lenké Holz, Palisander oder Mahagoni gerechtfertigt ist. Man sollte aber immer den Einzelfall betrachten und versuchen die wirkliche Holzart zu bestimmen.
Interessant dürfte für Euch noch Folgendes sein:
Als wir unsere Djembé Art Website 2003 gestartet haben, hat
kein einziger Djembé Verkäufer die Namen der Holzsorten
genannt. Nach und nach konnten wir dann beobachten, wie Verkäufer
bei ebay und auf dem freien Markt unsere Bezeichnungen übernommen
haben.
Zum Teil völlig falsch deklariert, aber es hat sich wohl ein
Bewusstsein unter den Kunden entwickelt, dass Holz nicht gleich
Holz ist.
Lustig war für uns oft zu sehen, wie viele Händler dann
ihr ganzes Guinea Sortiment als Lenké Holz bezeichneten.
Djala
wurde dann einfach als Lenké Rouge, Gbeng als Lenké Noir
u.s.w. bezeichnet. Uns taten dann immer die Kunden leid, die dort
echtes Lenké kaufen wollten und leider sehr oft getäuscht
wurden.
Gavin Grosvenor hat bei seinen Feldforschungen in der Gegend von Hamanah eine ganze Reihe von Djembé Bäumen identifiziert. Darunter auch das dem Palisander sehr ähnliche afrikanische Rosenholz lat. 'Pterocarpus erinaceus', dessen genaue botanische Bezeichnung nur durch den Vergleich von Holz, Rinde, Blättern, Blüten und Samenkapseln zu entschlüsseln war. 'Pterocarpus erinaceus' ist im Westen auch unter dem Namen 'Padouk' und 'Padauk' bekannt. Gleichzeitig wird aber auch das korallenrote Holz von Pterocarpus soyauxii als Padouk bezeichnet. Vorsicht, nicht verwirren lassen, 'Nichtbotanische Namen' werden oft für verschiedene Holzarten gleichzeitig benutzt.
Im Zweifelsfall zählt immer der botanische Name, der international in Lateinisch gültig ist!
Von Tropenholzexperten wissen wir, das afrikanisches Palisanderholz der Gattung Dalbergia und Pterocarpus erinaceus, wenn man es als Rohholz vor sich hat, mit Hundert prozentiger Sicherheit nur unter dem Mikroskop zu unterscheiden ist. Holzfachleute bestätigten unsere Vermutung, dass die Verbreitungsgebiete der Holzsorten
in Afrika nur unvollständig kartographiert ist.
Wir vermuten daher, dass unter den 200 weltweit verbreiteten Dalbergia Arten auch verwandte Arten des Madagaskar Palisander
oder des Königsholzes in Guinea und Mali vorkommen und haben das Holz daher als Dalbergia spp. gekennzeichnet.
Bei den
Namen Kambala, Iroko und Odum handelt es sich der Literatur nach bei allen drei um 'Chloróphora
excelsa' . Auffällig ist für uns, die
wir die Hölzer
Tag für Tag in der Hand haben und sie vergleichen können, dass
Iroko oder Kambala von der Elfenbeinküste sich vom
Odum aus Ghana unterscheidet, was mit Sicherheit sehr stark von den Faktoren Boden und Klima abhängig ist.
Unsere Beobachtungen zum Djala lassen schließen,
dass es sich hier nicht nur um die 'Khaya senegalensis', sondern
auch noch um weitere Arten wie 'Khaya grandifolia', 'anthotheca'
und' ivorensis' handelt, die alle in Westafrika vorkommen und zur
Familie der Meliaceaen gehören.
Gavin hat in Guinea auch diese Djembé Bäume im Ganzen, als
Holzprobe, die Rinden, Blüten, Blätter und auch Samen fotografiert
und sogar ein paar Djembé Bäume in Deutschland aus den
in Guinea gesammelten Samen aufgezogen.
Aber nun gut für heute, auch wenn es noch eine Menge zu sagen
gäbe!
Wie zum Beispiel, dass sich auch innerhalb einer Holzsorte die Klangeigenschaften
abhängig davon verändern,
ob das Holz vom unteren oder
oberen Teil des Baumes stammt... oder auch unsere Erfahrungen wie
sich die Oberflächenbehandlung
der Djembé auf den Klang auswirkt...und dann das alles noch
im Zusammenspiel mit der Felldicke.... :) :) Zeit für einen Tee! :) Weitere Infos zum Schwingungsverhalten der Trommel sind hier zu finden.
Herkunftsländer
Es ist uns gelungen, in den letzten Jahren ein gesteigertes Qualitätsbewußtsein bei den Trommelbauern zu fördern.
Im qualitativen Djembé Bau ist nun Mali absoluter Vorreiter und hat Guniea den ersten Rang abgelaufen!!!
Dabei hat Mali nun hinsichtlich Klangqualität und Handwerkskunst, mit außergewöhnlich feinen Schnitzereien in bestem Hartholz, künstlerisch neue Maßstäbe gesetzt. Diese Djembés der Oberklasse sind bei Djembé Art zu finden!
Die längste Erfahrung im
Djembé Bau haben mit Sicherheit die Malinke! Ihnen
wird die Erfindung der Djembé nachgesagt. In Guinea hat sich die schlanke Form durchgesetzt, während man die Djembé in Mali oft etwas bauchiger und runder schnitzt. Die Trommelbauer verfügen
in Guinea & Mali über
die beste Auswahl an Klanghölzern, wie Lenké, Djala,
Gbeng und Doda.
Auf Platz Drei der besten Herkunftsländer für die Djembé folgt die Elfenbeinküste.
Hier wird fast ausschließlich Iroko Holz
verarbeitet, das durch sein geringeres Gewicht vorteilhaft ist und
einen runden warmen Klang erzeugt. Typisch sind hier die geschnitzten
Ringe am Fuß.
Danach ordnen wir erst die Senegal Djembés
ein, die fast ausschließlich aus dem sehr harten, schweren und oft spröden Doda-Holz
gefertigt werden. Weil man es im Senegal wohl nicht so genau nimmt sind diese Djembés oft nicht so exakt geformt.
Eine
eher untergeordnete Rolle spielen auf dem Weltmarkt die Produktions-Länder Gambia, Burkina Faso und
Andere.
Hier kann es natürlich auch mal besondere Einzelstücke
geben, aber generell ist die Qualität nicht so hoch.
Unebene
Spannkanten, rustikale Formgebung etc....
Ghana Djembés
sind, wie die billigen Asienimporte, keine Profidjembés. Ghana
ist kein traditionelles Djembéland, es fertigt erst seit die
Touristen und der Export danach verlangen. Die Djembé Hersteller
verfügen oft nicht über das
nötige Know How und die Erfahrung. Zudem besitzen sie auch nicht
die Rohstoffe, also die richtig guten Klanghölzer, um eine gut
klingende Trommel bauen zu können.
Ghana Djembés sind meist aus einem Weichholz mit Namen 'Tweneboa'.
Daneben gibt es zwar manchmal auch das etwas härtere 'Odum',
aber ein grundsätzliches Problem ist neben dem Holz auch die
mangelnde Formgebung im inneren der Djembé. Die meisten Ghana Djembés
sind nur außen korrekt geformt. Dort sogar häufig mit
spektakulären Schnitzereien verziert,
die man aus einem Weichholz natürlich im Handumdrehen herausarbeiten
kann. Im Inneren sind sie oft dickwandig um die mangelnde Stabilität
des Weichholzes zu kompensieren und das Schlimmste ist, dass die
Bauchform im Inneren oft gar nicht vorhanden ist, sondern die meisten
Djembés innen nur keilförmig zugeschnitten
sind. Von außen merkt man das nicht. Aber wenn man reingreift
kann man es fühlen. Der fehlende Klangraum macht sich beim Spielen
natürlich deutlich
bemerkbar! Das Spannsystem ist ein weiteres Problem. Oft haben
Ghana - Trommeln das
'Dubble-Weaving' Spannsystem. Zu viele Schnüre in kurzem Abstand.
Mit dem mangelhaften Tau, dass sich zu sehr dehnt, kann keine ausreichende
Spannung auf das Trommelfell gebracht werden. Solch eine Djembé klingt
schnell wie eine Waschmitteltrommel.
Selbst ein guter Spieler kann damit kaum schöne Klangunterschiede
zwischen Bass, Ton und Slap herausarbeiten.
Leider denken die meisten Anfänger: 'lieber nicht so viel
Geld ausgeben, weil man ja noch nicht weiß,
ob man beim Trommeln bleibt.' Nur, mit einer Billigtrommel, mit schlechten
Klangeigenschaften kann der Spieler auch schnell das Interesse verlieren.
Für manche Anlässe rechtfertigt der geringe Preis dennoch
so eine Trommel. Für kleine Kinder beispielsweise, die noch
nicht differenziert an ihrer Schlagtechnik arbeiten.
Ein guter Djembé Hersteller braucht, ungeachtet der Trocknungszeiten
für das Holz, 3 - 6 Wochen um aus dem rohen Baumstamm eines
guten Hartholzes eine fertige Djembé herzustellen! Er muss
dazu, neben seiner unendlich langen Arbeitszeit, noch drei Eisenringe,
ein Ziegenfell
und ca. 30 m Tau kaufen. Um die Trommel
nach Deutschland zu schicken müssen hohe Frachtkosten und Zoll
bezahlt werden. Der hiesige Händler muss dann noch die Mehrwertsteuer,
Gewerbesteuer und andere Abgaben abführen.
Wir von Djembé Art stecken, im Gegensatz zu vielen anderen
Händlern, in jede Trommel noch mal bis zu vier Stunden Arbeit
um sie qualitativ zu verbessern.
Wenn so eine Djembé dann letztendlich 300 Euro kostet
ist das
doch
eigentlich mehr als gerechtfertigt, oder?!
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