Djembé ABC
Gbeng = Holzarten
Ghana-Djembé
Ghana Djembés sind häufig
aus dem Weichholz Tweneboa und seltener aus Iroko gefertigt.
Händler
kennen oft nicht den Unterschied. Die Fingernagelprobe verrät
aber (wenn der Fingernagel leicht in das Holz eingedrückt
werden kann), ob es sich um das billige Weichholz Tweneboa
handelt, oder um
das wesentlich härtere Odum, b.z.w. Iroko (=Kambala).
Außerdem
sind Tweneboa-Djembés, bei mäßigem bis geringem
Gewicht (unter 6 kg) wegen der mangelnden Holzstabilität,
an ihrer Dickwandigkeit zu erkennen. Die Holzstärke, die
man gut am Fuß erkennen kann, misst dann meist mehr als
3 cm.
Viele beklagen das Doubleweaving-Spannsystem mit den vielen
Knoten bei Ghana-Djembés, weil sie sich dadurch nur sehr
aufwendig und unzureichend nachspannen lassen. Weitere Infos
dazu sind unter dem Stichwort 'Ringschlaufen'
zu finden.
Es lohnt sich in der Regel NICHT das Tau und Spannsystem einer
Ghana-Djembé zu
erneuern, weil....
>> der Korpus im Inneren meist nicht richtig bauchig ausgeformt, sondern
nur grob keilförmig zugeschnitten ist und somit der Klangraum fehlt. Man
kann das mit der Hand testen, indem man ganz tief hinein fasst und die Form nachfühlt.
>> sie meist im Fußinnenraum nur sehr grob, rauh, unsymetrisch und
ungenau ausgeformt ist.
>> das Holz, wenn es sich um das weiche Tweneboa handelt, keine guten Klangeigenschaften
hat.
>> die Spannkanten fast immer nachgearbeitet werden müssen!
>> beim Umbau oft grobe Fehler, wie große Risse oder Spachtelstellen
im Holz zu Tage treten, die dann korrigiert werden müssen.
>> die Eisenringe sich beim Umbau gelegentlich als zu eng anliegend oder
als defekt entpuppen und dann erneuert werden müssen.
>> das Trommelfell sich nur wieder verwenden lässt, wenn es wirklich
makellos ist und weil das neue Aufspannen nicht
ganz ohne Risiko ist.
>> die Kosten für neues gutes Tau und das aufwendige Neuanfertigen
der Ringschlaufen nicht im Verhältnis zum Ergebnis und zum Anschaffungspreis
liegen.
Annette aus Kiel schrieb uns treffend:
'Man zieht sich dumm und dusselig
an einer Djembé mit vielen Ringschlaufen.
Meist sind das Ghana Djembés aus weichem Holz. Oft sind diese
Djembés so eng geschnürt, dass sich der Trommelbauer
die Stoffumwicklung an den Eisenringen spart, und auch gut
verdecken kann, dass die
Eisenringe vielleicht sehr dünn sind. Mir ist auch schon mal so eine Djembé untergekommen, bei der
der untere Ring aus einem dreimal gewickelten 2 mm Draht bestand
(war ein Asienimport gewesen)! Da kann man natürlich keinen
Zug auf diese Djembé bzw. das Fell bringen. Die Schnüre sind oft auch nicht für grosse Zugkraft geeignet
und würden vielleicht bei spärlicherer Schnürung
reissen. Wenn ich für jemanden eine solche Djembé spannen soll (nur
die Knoten) dann nehme ich immer zwei auf einmal, damit man wenigstens
mal fertig wird!'
Aufgrund all dieser Faktoren, die uns in der Praxis immer wieder
begegnen, raten wir eher davon ab eine Ghana-Djembé umzubauen.
Für das Geld und den Arbeitseinsatz der nötig ist um
sie wirklich professionell aufzubessern, bekommt man ohne weiteres eine echte
Profidjembé die leicht zu spielen ist, gut klingt und große Spielfreude
macht.
Ein lustiger Vergleich zum guten Schluß: Aus einem Trabbi
läßt
sich nun mal kein Mercedes machen ;)
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